Die Räume von Anomaly in Berlin

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Gerade ist Anomaly, zu deren Kunden TikTok, Zalando, Google oder Rimowa gehören, in ihr neues (sehr fotogenes) Office in der Hauptstadt gezogen, das speziell auf „New Work“ konzipiert ist. Wir sprachen mit David Barton (42), Head of Account Management und Mitglied des Management-Teams von Anomaly Berlin.

Anomaly hat das 1000 Quadratmeter große Büro ganz nach dem 4C-Konzept ausgerichtet. Es gibt speziell designte Räume für verschiedene Aufgaben und Ansprüche: Concentration, Consulting, Collaboration und Community. Sogar Kunden kommen, um hier zu arbeiten oder im „Calm Cave“ zu entspannen. Berliner Kreative haben für den richtigen „Hauptstadt-Vibe“ gesorgt.

Das brandneue Büro war dringend nötig – denn die Agentur wächst rasant. Und die vielen Neueinstellungen zeigen, dass im „Krieg um Talente“ und in Post-Corona-Zeiten neue Arbeitsweisen nicht nur ein „Nice to Have“ sind, sondern dem Unternehmen den Vorteil verschafften, den es für sein Wachstum braucht.

Die Pflicht, ins Office zurückzukehren? Gibt es bei Anomaly nicht. „Berlin ist die Drehscheibe, aber die Talente, die mit uns arbeiten, sind über ganz Europa und sogar darüber hinaus verteilt“, so Nadine Müller-Eckel-Eckel, Strategie-Chefin von  Anomaly Berlin. Aber natürlich tut Anomaly alles dafür, dass die stylische Zentrale ein Ort ist, an dem sich jeder Zuhause fühlt   – und gerne arbeitet.

Das klingt interessant, darum haben wir David Barton, den Head of Account Management und Mitglied des Management-Teams von Anomaly Berlin mal detaillierter befragt.

 

Ein neues Büro, Gratulation. Was war die Motivation dahinter?

In den vergangenen zwei Jahren sind wir stark gewachsen: Vor der Covid19-Pandemie waren wir zwischen 20 und 25 feste Mitarbeiter:innen, jetzt sind wir über 70. Platzmangel war also einer der Gründe für den Umzug nach Kreuzberg.

Aber ganz abgesehen vom Platzmangel haben wir auch eine Fläche gesucht, die sich nicht wie ein typisches Büro anfühlt – gerade weil wir uns in den vergangenen zwei Jahren alle an andere Arbeitsweisen gewöhnt haben.

Das Design bestimmt das Bewusstsein. Welche Intention hat das Interior Design bei Anomaly in Berlin? 

Anomaly hat neben Berlin auch Standorte in Los Angeles, New York, Toronto, London, Amsterdam und Shanghai. Uns ist es wichtig, jedem Office eine lokale Identität zu geben, besonders weil wir an allen Standorten Mitarbeiter aus aller Welt bei uns haben.

In Berlin haben wir deswegen das Gestaltungskonzept für unsere neuen Räume zusammen mit einer befreundeten Berliner Innenarchitektin entwickelt. Sie hat uns die Vision für diesen 1000 Quadratmeter großen Space gegeben, zu dem ein Hauptgebäude und ein Anbau zählen. Als Profi hat sie sofort das Potenzial erkannt und uns gelehrt, wie wichtig Inseln und Lichtsprache sind. Zudem haben wir für den authentischen Hauptstadt-Spirit mit Künstlern wie dem Kollektiv Old Yellow, dem Designer Eike König oder dem Illustrator Frank Höhne zusammengearbeitet. Kreativität und Inspiration spielen bei uns natürlich eine große Rolle – das wollten wir auch in den Räumen widerspiegeln.

Dürfen Büros bei einem höheren Anteil an „Remote Work“ eigentlich kleiner werden? Oder bedingen moderne Arbeitsmethoden mehr Gemeinschaftsflächen?

Jeder Mensch hat andere Wünsche an seinen Arbeitsplatz. Wenn wir allerdings wollen, dass unsere Talente wieder gern ins Büro kommen, dann müssen wir einen Ort schaffen, an dem sich jede:r in seinen Ansprüchen ans Arbeiten gehört fühlt – und auch einen Platz hat. Einen Ort, an dem alle kollaborativ miteinander arbeiten können und sich Zuhause fühlen. Wir sehen, dass unsere Mitarbeitenden gerne im Büro sind. Und das, obwohl wir ein sehr flexibles Modell entwickelt haben, das jedem erlaubt, ungestört von überall aus zu arbeiten.

Dürfen Büros bei einem höheren Anteil an „Remote Work“ eigentlich kleiner werden? Oder bedingen moderne Arbeitsmethoden mehr Gemeinschaftsflächen?

Jeder Mensch hat andere Wünsche an seinen Arbeitsplatz. Wenn wir allerdings wollen, dass unsere Talente wieder gern ins Büro kommen, dann müssen wir einen Ort schaffen, an dem sich jede:r in seinen Ansprüchen ans Arbeiten gehört fühlt – und auch einen Platz hat. Einen Ort, an dem alle kollaborativ miteinander arbeiten können und sich Zuhause fühlen. Wir sehen, dass unsere Mitarbeitenden gerne im Büro sind. Und das, obwohl wir ein sehr flexibles Modell entwickelt haben, das jedem erlaubt, ungestört von überall aus zu arbeiten.

Apropos Arbeitsmethoden. Was hat sich durch die Pandemie an den Arbeitsabläufen bei Anomaly geändert? Hat sich etwas geändert?

Um ganz ehrlich zu sein: Viel hat sich nicht geändert. Da wir als globales Netzwerk nur eine Gewinn- und Verlustrechnung haben, waren wir bereits sehr daran gewöhnt, standortübergreifend und miteinander zu arbeiten. Wir haben schon immer Tools genutzt, die „remote working” ermöglichen. Die Pandemie hatte in diesem Sinne also glücklicherweise wenig Impact.

Kollaboration ist ein Punkt, der schon seit der Gründung der Agentur 2004 tief in unserer DNA verankert ist. Denn Teamwork und die entsprechende Atmosphäre sind das, was unserer Meinung nach zur besten und kreativsten Lösung von Business-Problemen führt. Daher haben wir Bereiche, die offen und flexibel gestaltet sind und den Austausch fördern. Auch unsere Kunden sind eingeladen, von unserem Büro aus zu arbeiten – und haben es schon vielfach getan.

Das 4C-Konzept steht für Concentration, Consulting, Collaboration und Community. Können Sie die Begriffe ein wenig einordnen?

Das 4C-Konzept spiegelt die verschiedenen Arbeitsweisen wider, die seit Beginn der Pandemie noch mehr Bedeutung gewonnen haben.

Jeder braucht einen Bereich, in den er sich zurückziehen und fokussiert arbeiten kann. Dafür steht Concentration.

Collaboration und Consultation stehen für Räume, an denen man Meetings und Videocalls abhalten, Beratungsgespräche führen und auch mal diskutieren kann. So bleiben Kolleg:innen im Office untereinander und mit denjenigen, die komplett remote arbeiten, verbunden. Uns ist es wichtig, dass jeder in die Company Culture integriert bleibt – egal, wo in der Welt er oder sie gerade ist.

Der letzte Punkt – Community – geht Hand in Hand mit Collaboration. Nach der Pandemie und der Tatsache, dass wir alle zwei Jahre lang von zu Hause aus gearbeitet haben, wollten wir gezielt einen offenen Raum schaffen, der sich nicht wie ein Büro anfühlt und indem die Kolleg:innen gerne Zeit verbringen. Dieser Bereich befindet sich im Herzen unserer Anomaly-Schaltzentrale in Berlin, damit man sofort unsere Kultur und Arbeitsweisen erkennen kann.

Früher wares es Flipper, Tischkicker und kostenloses Obst. Was ist das neue It-Piece im Büro?

Tischtennis oder gratis Lunch motivieren heute kaum jemanden mehr, einen Job anzunehmen oder gar bei einem Unternehmen zu bleiben. Wir glauben vielmehr daran, dass die Benefits für Mitarbeiter außerhalb des eigentlichen Arbeitsplatzes liegen. Bei uns steht der Mensch zentral. Das heißt, Arbeitszeit und -ort sollten sich um das Leben der Mitarbeitenden entwickeln und nicht andersrum. Dazu gehört auch die Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten, Teilzeit zu wählen, um für Kinder da zu sein, als Freiberufler einzusteigen und trotzdem vollwertiges Teammitglied zu sein. Aber auch Unterstützung bei noch stets tabuisierten Themen wie mentale Gesundheit zählt dazu. Zudem ist uns Vielfalt nicht nur wichtig, sondern Diversität wird gezielt gefördert. Aber klar: Auch wir haben natürlich Räume, die ich sehr cool finde: Zum Beislpiel unsere kleine Library oder unsere „Calm Cave” – ein buchbarer Raum mit Hängematte, beruhigendem Licht- und Soundkonzept, um runterzukommen und aufzutanken. Ich selbst sitze am liebsten in der Küche. Da kann ich gut arbeiten und bin jederzeit ansprechbar. Und klar: Gratis Obst gibt es auch bei uns.

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