Beamer für’s Büro und unterwegs

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BILD VERGRÖSSERUNG

ZOOM – VIELLEICHT HAT DER NAME DES VIDEOKONFERENZ-DIENSTES JA WAS MIT PROJEKTION ZU TUN: ER MACHT BILDER SO GROSS, DASS SIE VON VIELEN PERSONEN AUF DER GANZEN WELT GESEHEN WERDEN KÖNNEN. WIR VERBREITEN JETZT MAL DEN OPTIMISMUS, DASS ES AUCH WIEDER ANALOGE, ALSO PRÄSENZMEETINGS GEBEN WIRD. BEAMER HABEN DANN NOCH LANGE NICHT AUSGEDIENT.

In Zeiten des zweiten Corona-Lockdowns – zumindest entstanden diese Zeilen am ersten Tag Mitte Dezember – über Projektoren nachdenken? Irgendwie anachronistisch, oder? Videokonferenzen und Webinare haben Face-to-Face-Meetings, Vorträge und Seminare abgelöst, zumindest scheint das so. Gehören Beamer daher auf den Geschichtshaufen der redundanten Technik wie Telex-Geräte, Walkie-Talkies, Disketten, Videokassetten und Co.? Oder Faxgeräte: Die hat man auch irgendwo herumstehen, weil sie irgendwie Pflichtausstattung sind, aber dennoch nur noch höchst sporadisch zum Einsatz kommen.

DIGITALE BEAMER FÜR ANALOGE MEETINGS

Im Gegensatz zu Faxgeräten findet bei Meeting, Vortrag oder Seminar aber nicht nur der Austausch von Wörtern statt – dazu würde ja auch ein Nur-Text-Chat ausreichen. Die nonverbale Kommunikation, die in jedem Gespräch abläuft, wird laut Studien durch Videokonferenzen mit ihren zweidimensionalen Bildern aus festen Blickwinkeln verfälscht: Im schlechtesten Fall sorgen minimale Verzögerungen, Asynchronitäten zwischen Bild und Ton oder gar Verzerrungen dafür, dass gesprochenes Wort und Bild des Sprechers etwas anderes vermitteln, als wenn man sich live gegenüber sitzen oder stehen würde. Wenn der Sprecher überhaupt im Bild der Videoübertragung zu sehen ist und nicht ausschließlich die Präsentation.

Das mag in vielen Fällen ausreichen – es gibt aber genug Situationen im geschäftlichen Ablauf, in denen so etwas fatal sein könnte. Daher gibt es ein eindeutiges Nein: Projektoren haben auch in Zukunft ebensowenig ausgedient wie das persönliche Treffen von Geschäftspartnern. Vielleicht werden diese durch die positiven Erfahrungen mit der Digitaltechnik nicht mehr so oft stattfinden oder so groß sein, aber es wird sie geben. Zeit also, sich mal ein wenig auf dem Markt umzusehen.

FORMATFRAGEN

Immerhin haben Projektoren heutzutage im wahrsten Sinn des Wortes tragbare Abmessungen und Gewichte – es ist nicht mehr notwendig, sie auf einem Wagen durch das Gebäude zu schieben. Kameras und Handys mit integrierten Projektoren haben sich zwar nicht durchgesetzt, aber die kleinsten unter ihnen sind nicht viel größer und können dennoch bei kleineren Gruppen ausreichend große und helle Bilder an die Wand neben dem Tisch werfen.

Auch die Geräte, bei denen die Projektionsfläche größer werden darf, ohne dass das Bild selbst in einem nicht abgedunkelten Raum an Helligkeit verliert, haben heutzutage vernünftige Abmessungen. Wer unterwegs oder bei Festinstallationen mit dem Projektor unter der Raumdecke auf Kabelsalat verzichten möchte, sollte sich Geräte mit Bluetooth- oder WiFi-Verbindungen heraussuchen. Oder seine Präsentation, Videos oder Dateien auf einem USB-Stick oder einer Speicherkarte in den Projektor schieben: Die Betriebstechnik des Projektors bringt die entsprechenden (Linux-)Programme mit, dass das bei Standard-Dateiformaten reibungslos läuft. Oder die Daten gleich im Speicher des Projektors ablegen.

ZOOM-ALTERNATIVE

Welchen Projektor man auch immer nimmt und wie groß man die Bilder auch immer zoomt: Kommunikativer und damit effektiver ist es auf jeden Fall, als wenn jeder auf ein Notebook starrt. Ob nun im jeweiligen Homeoffice oder gar – was sicherlich auch irgendwann zu beobachten sein wird – am Ort eines Live-Meetings in 3D: Dann werden die Präsentationen per Zoom und Co verteilt, und jeder hat ein Notebook vor der Nase, während der Sprecher im Raum steht. Weil es ja so schön funktioniert.

PHILIPS PICOPIX UND NEOPIX

An der Größe sollst Du sie erkennen: Philips PicoPix Nano, Micro und Max

Die kleinsten „ernsthaften“ Projektoren in diesem Kreise stehen unter der Marke Philips. PicoPix und NeoPix – schon der Name zeigt das Programm, unter denen die Zwerge stehen. PicoPix Nano ist mit 62 x 52 x 48 mm tatsächlich mini und passt damit auch wirklich in jedes Reisegepäck. Er hat dennoch einen Akku an Bord, der für 80 Minuten bis zu 60 Zoll großer Bilder ausreichen soll, allerdings bei einer nativen Auflösung von 640 x 360 Pixeln. Die größeren Micro und Max können bis zu Full HD, WLAN und Lautsprecher bringen sie alle mit. Und beim Topmodell PicoPix Max werden die Bilder bis zu 120 Zoll groß, und der Akku hält bis zu drei Stunden.

Die äußerlich größeren NeoPix im Format eines Aktenordners (bis zu 31,5 x 23,5 x 12 cm) lösen bis zu Full HD auf und kommen in den Versionen Prime 2 und Ultra 2 neben HDMI auch mit Bluetooth und WLAN klar. Das Topmodell Ultra 2 hat ein eigenes Betriebssystem, das mit einem Multimediaplayer und Apps für Youtube, Netflix und Co aufwartet. Stereolautsprecher sollen schon in dieser Kompaktklasse für gute Unterhaltung bzw. verständliche Seminarbeiträge sorgen – natürlich weniger im großen Saal als auf dem Meetingtisch.

Philips NeoPix: ein Gehäuse, vier Ausstattungen

LG PROBEAM BU50NST

Wer den Meeting-Dämmerschlaf umgehen möchte, kann das mit diesem Laser-Projektor tun: Zugezogene Jalousien, die das an die Wand geworfene Bild vor dem Sonnenlicht schützen sollen, sind angesichts von 5.000 ANSI-Lumen nicht mehr notwendig. Mit 3.840 x 2.160 Pixeln, also echtem 4K, und HDR10 kommen dann bis zu 300 Zoll große Bilder an die Wand – letzteres entspricht einer Bilddiagonalen von mehr als siebeneinhalb Metern. Das ist dann nicht nur echtes 4K, sondern auch echte Größe, die auch für einen Konzertsaal reicht. Im Gegensatz zu den Abmessungen: Mit 37 x 29 x 15,6 cm hält sich der Probeam dezent im Hintergrund, auch mit einem extrem leisen Betriebsgeräusch.

Ein Vorteil der mit knapp 4.000 Euro nicht ganz günstigen Lasertechnologie: Die Lichtquelle muss nicht, wie bei herkömmlichen Projektoren, alle Nase lang ausgewechselt werden. Sie hält laut LG etwa 20.000 Stunden – bei vier Stunden täglichem Betrieb kommen so bis zu 20 Jahre zusammen. Darüber hinaus verliert die Lichtquelle, anders als die herkömmlichen Quecksilberdampf-Lampen, nicht mit der Zeit an Helligkeit. Dazu gibt es auch das LG-eigene WebOS als Betriebssystem, das die Nutzung des BU50NST sehr komfortabel macht.

ACER PD- UND PL7-SERIE

Für etwa 1.200 und 1.400 Euro gibt es Acers LED-Projektoren PD1330W und PD1530i mit Full-HD-Panels, die für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurden. Eine hohe Farbtreue und eine Lebensdauer von bis zu 30.000 Stunden zeichnen die beiden Projektoren aus, die durch ihre Lichtquelle wartungsarm und energieeffizient arbeiten. Dazu kommt, dass sie auch in staubigen Umgebungen zuverlässig arbeiten: Sie sind nach IP6X gegen Staub und Schmutz geschützt.

Eine Nummer hochwertiger, mit ca. 2.500 Euro auch preislich, ist der Acer PL7610T. Der Laserprojektor ist der neue Star in Konferenzeräumen, auf Messeständen und bei Präsentationen in der Vorstandsetage: 6.000 ANSI Lumen und Full HD im Format 16:10, also 1.920 x 1.200 statt 1.920 x 1.080 im Format 16:9. Auch diese Projektoren sollen bis zu 30.000 Stunden durchhalten, nicht zuletzt wegen ihres Schutzes nach IP6X.

Acer PD-Serie

EPSON SERIEN EB-L200 UND EB-7X5

Epson EB-L200s

Gleich acht verschiedene Laser-Projektoren mit Auflösungen zwischen 1.024 x 768 Pixeln und Full HD hat Epson auf den Markt gebracht. Mit bis zu 4.200 ANSI-Lumen sollen diese Projektoren bis zu 500 Zoll große Bilder „machen“, die im Business- und Schulumfeld bis hin zum Digital Signage auch bei Tageslicht kontrastreiche, farbige Bilder erzeugen sollen. Mit solchen Bildgrößen werden auch große Räume mit entsprechenden Abständen zwischen den Teilnehmern oder Schülern nicht zum Hindernis: Auch in der letzten Reihe kann man dann noch alles deutlich erkennen.

Highlight in Sachen Funktionalitäten sind die beiden interaktiven Modelle EB-725i und EB-735i: Die 1.280 x 800 respektive Full HD auflösenden Bilder können im Split-Screen-Modus bis zu vier Bildquellen gleichzeitig anzeigen. Die können – wie bei allen anderen Typen auch – aus Verbindungen über WLAN bzw. Miracast (Spiegeln von Bildschirmen) stammen. Und wer möchte, hängt den Projektor einfach kopfüber unter die Decke – die entsprechende Halterung ist bei Epson im Programm erhältlich.

BENQ DLP-PROJEKTOREN

Dank der bekannten und bewährten DLP-Technologie sind die drei BenQ-Projektoren EH600, EW600 und EW800ST vergleichweise günstig zu haben. Full HD löst der knapp 1.000 Euro kostende EH600 auf, der EW600 (800 Euro) und der EW800ST (1.100 Euro) sind mit WXGA-Auflösung (1.280 x 800) geringer bestückt. Während der EW600 das Einstiegsmodell der Serie darstellt, beherrscht der EW800ST einen anderen Trick: Er kann als Kurzdistanzprojektor aus gerade mal einem Meter Abstand ein bis zu 80 Zoll großes Bild erzeugen.

Alle drei Projektoren sind auch innerhalb von größeren Gebäuden einfach zu transportieren, denn sie sind mit maximal fünf Pfund im Wortsinn tragbar. Praktisch ist der integrierte Hotspot, in den sich beispielsweise Notebooks einloggen können, ohne über das Firmennetzwerk gehen zu müssen – auch die Fachleute für Computersicherheit werden daran ihre Freude haben. Im Betriebssystem gibt es verschiedene Apps, die die Präsentation von Datenformaten aller Art und sogar einen Webbrowser realisieren. Neben WLAN können auch USB-Sticks als Transportmedium für Präsentationsdaten genutzt werden.

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