Palastrevolution – Apples neuer Prozessor M1 sorgt für Wirbel

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Es ist wirklich selten, dass ein Hersteller auf komplett neue Prozessortechnik setzt. Noch rarer ist aber der Fall, dass dann eigene Prozessoren verbaut werden. Genau diesen Schritt ist Apple gegangen und hat den auf den hauseigenen Smartphone-Chips basierenden M1 in Notebooks und im Mac Mini präsentiert. Das Ergebnis macht Laune.

M1 heißt das Ding. Eigentlich unscheinbar, wie jeder andere Prozessor auch, aber dennoch hat es der neue Prozessor von Apple faustdick hinter den Ohren. In den vergangenen Jahren konnten die Amerikaner ja reichlich Erfahrung mit Prozessortechnik sammeln, denn in jeder neuen iPhone-Generation steckte auch ein neuer Zahlenzauberer. Und während man bei den tragbaren Geräten mittlerweile schon bis zum A14 vorgedrungen ist, schmückt sich der Prozessor im MacBook Air, im kleinen MacBook Pro und im Mac Mini gerade mal mit einer „1“ hinter dem M. Da ist zahlentechnisch also viel Luft nach oben und das lässt Böses ahnen – für andere Hersteller.

Schneller und sparsamer

Der M1 ist der erste Prozessor, der in 5nm Technik gefertigt ist. Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass die kleinsten Einheiten im Chip dieses Maß haben, was ihn besonders schnell und effizient macht. Mit der Erfahrung aus den Mobilgeräten war klar, dass auch der erste Chip für die Macs sich besonders in Sachen Energieverbrauch auszeichnen würde. MacBook Air und MacBook Pro profitieren davon, indem sie längere Laufzeiten erreichen als ihre Vorgängermodelle. Im M1 selbst finden sich zu diesem Zweck gleich zweimal vier Prozessorkerne. Ein Quartett arbeitet besonders energieeffizient, das andere besonders schnell. Je nach Anforderungen der laufenden Prozesse können diese dann aktiviert werden.

Grafik die zeigt dass der M1 Chip 2 so schnell ist wie andere Laptop Chips und dabei nur 25% der Energie braucht.

Was bringt der M1 in der Praxis?

Wenn es einfach nur längere Laufzeiten wären, hätten Intel & CO. Ja weiter ruhig schlafen können, aber Apples M1 stößt auch in Sachen Leistung in neue Sphären vor. Der neue Chip mit seiner integrierten Grafik verbläst bei Benchmarks, also Tests für typische Prozesse, nicht nur die jeweiligen Vorgängerprodukte von Apple, sondern auch die teils deutlich teureren Geschwister. Mehr noch, auch der Windows-Wettbewerb muss aufpassen, angesichts der gebotenen Leistung nicht unter Druck zu kommen. Dort kann man eigentlich froh sein, dass Apple die Prozessoren nur für das eigene Betriebssystem nutzen will. Dennoch haben findige Nutzer natürlich auch schon Windows auf den neuen Macs emuliert und selbst da sind die Leistungsdaten überragend.

Software am Zug

Während Apples neues Betriebssystem Big Sur selbstverständlich schon optimal auf die neuen Prozessoren vorbereitet ist, müssen die Anbieter von Software diese nun nach und nach aktualisieren. Doch keine Panik, auch bis dahin läuft alles, Apple emuliert für die bisherigen Programme mal schnell den bisherigen Status Quo und selbst in diesem Täuschungsmodus sind die Leistungswerte makellos. Angesichts der bestechenden Leistung der neuen Produkte dürften sich die Entwickler rund um den Globus sputen, ihre Software auf den neuesten Stand zu bringen, das sollte also kein Hinderungsgrund sein.

Wie geht es weiter?

Ein wenig unruhig ist es nun für die anderen Macs mit den bisherigen Intel-Prozessoren geworden. Teils werden sie von den M1-Produkten ausgestochen, teils bieten sie noch mehr Dampf, aber das zu eben deutlich höheren Preisen. Andererseits lassen sich MacBook Air oder Mac Mini auch nur begrenzt ausbauen. Bei 16 GB Speicher ist bei allen Modellen Schluss. Insofern spielen die satt ausgestatteten Macs noch in einer anderen Liga, doch die Betonung liegt auf „noch“.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Apple alle seine Produkte auf die neue Plattform umgestellt hat. Wo die M1-Modelle schon ordentlich Leistung abliefern und das angesichts eines in den Prozessor integrierten Grafikchips statt einer zusätzlichen Recheneinheit für die Darstellung, kann man gespannt sein, was Generationen mit höheren Modellnummern noch bringen werden. Zudem ist der M1 ja auch in Sachen Energieverbrauch optimiert, was für Desktoprechner wie iMac oder erst recht den Mac Pro ja eher irrelevant ist. Da dürfte also zukünftig eine zweigleisige Entwicklung anstehen.

Fazit: Zugreifen

Wer ohnehin mit einem der „Einstiegsrechner“ von Apple liebäugelte, kann nun also bedenkenlos zugreifen. MacBook Air, das kleine MacBook Pro und der Mac Mini bieten unerwartet viel Leistung und mehr Durchhaltevermögen als die Vorgänger. Hier macht man nichts falsch.

MacBook Air mit M1 Chip

Es gibt wieder ein MacBook mit richtigen Tasten. Also auch ganz oben auf der Tastatur. Nachdem der durchaus mehrwertige, aber selten genutzte Touch Bar zuletzt in allen Baureihen vertreten war, gibt es mit dem Air mit M1 Prozessor nun wieder ein MacBook, dass ausschließlich auf klassische Tasten setzt. Einzig der Touch ID Sensor ganz oben rechts verbreitet diesbezüglich einen Hauch von Hightech. Dafür geht es unter der Tastatur wegen des neuen Prozessors brutal zur Sache. Spannenderweise gibt es zwei Versionen: In der kleineren sind auf Grafikseite „nur“ 7 Kerne am Werk und der Speicherausbau beginnt bei 8 GB sowie einer 256er SSD. Dafür kostet diese Version auch gerade mal 1.130 Euro. Variante 2 hat 8 Grafikkerne und 512 GB SSD und startet bei knapp 1.400 Euro. Maximal ausgebaut passen ins MacBook Air 16 GB Speicher und 2 TB SSD, dann landet man aber auch jenseits der 2.000 Euro.

Das MacBook Air war und ist die Ultima Ratio für den mobilen Dauereinsatz. Mit gerade mal 1,3 kg Gewicht stellt das schicke MacBook keine echte Belastung dar. Bis zu 15 Stunden Betriebszeit sollen bei Nutzung der WLAN-Verbindung drin sein, wer sich nur von der Apple TV App bespaßen lässt, kann gar 18 Stunden am Stück abseits der Steckdose glücklich werden. Kleines Detail am Rande: Dank des neuen Prozessors kommt das Air sogar komplett ohne Lüfter aus, flüsterleiser Betrieb ist somit garantiert.

Ab 1.130 €

MacBook Pro 13 Zoll mit M1 Chip

Die zweite mobile Variante mit M1-Prozessor ist das MacBook Pro mit 13 Zoll großem Bildschirm. Auch hier stehen zwei Varianten zur Wahl, eine mit 256 und eine mit 512 GB SSD, der Hauptspeicher liegt in der Basis jeweils bei 8 GB. Im Gegensatz zum Air ist hier direkt die Touch Bar verbaut. Weiteres Unterscheidungsmerkmal ist eine größere Batterie, die die Pro-Versionen bis zu 20 Stunden abseits der Steckdose laufen lässt, außerdem sind die verbauten Mikrofone besser, was für alle relevant ist, die sich häufig mit Videokonferenzen auseinandersetzen müssen. Und wer muss das nicht? Ach ja, das Pro gibt es wahlweise in Silber oder Space Grey, man hat also doch eine Qual der Wahl.

Der M1 ist hier bei beiden Modellen identisch und tritt mit jeweils 8 Grafikkernen und natürlich auch 8 Kernen auf der reinen Rechnerseite an. Der Einstiegspreis liegt bei 1.450 Euro. Im Maximalausbau landet man auch beim MacBook Pro bei 16 GB Speicher und 2 TB SSD und hat dann gut 2.600 Euro im Warenkorb.

Macbook mit M1 Chip XCode

Auch bei den beiden Pro-Modellen sind jeweils nur zwei Thunderbolt/USB 4 Anschlüsse vorhanden. Wem das nicht reicht, dem bleibt aktuell nur der Griff zu den älteren Modellen mit Intel-Prozessoren. Das gilt auch für alle Interessenten des MacBook Pro mit 16 Zoll Bildschirm, diese gibt es ausschließlich mit den bisher bekannten Prozessoren.

Ab 1.450 €

Mac Mini mit M1 Chip

Last not least hat auch der Mac Mini eine, respektive zwei M1-Varianten bekommen. Äußerlich erkennt man diese an der silbernen Farbe, während ja gerade die letzte Revision des Mac Mini durch ihr schickes Space Grey zu beeindrucken wusste. Beide Varianten unterscheiden sich nur durch die Grundausstattung der SSD, entweder sind 256 oder 512 GB an Bord, im Konfigurator kann man dann auch hier den Systemspeicher von 8 auf 16 GB erweitern und die SSD bis hoch zur 2 TB Variante auswählen. Nachrüsten ist hier weder beim Speicher noch bei der SSD möglich, hier heißt es, sich von vorneherein zu entscheiden. Preislich geht es bei knapp 800 Euro los, voll ausgestattet reißt der Mac Mini dann die 1900er Marke.

Wer sich mit dem silbernen Gehäuse abgefunden hat, darf dann noch feststellen, dass auch hier nur zwei Thunderbolt-Anschlüsse zur Verfügung stehen. Der graue Vorgänger, den es noch mit Intel-technik gibt, bietet deren vier. Aber solche Einbußen macht der M1-Prozessor unter der Haube mehr als wett. Wären nicht die Beschränkungen hinsichtlich des Arbeitsspeichers, dürfte der Mini sogar die Herzen aller erobern, die sich mit Videoschnitt beschäftigen. Doch auch in seiner aktuellen Bauform ist er schlicht ein beeindruckend leistungsstarker Computer mit unglaublich kompakten Abmessungen und beeindruckend viel Dampf.

Ab 800 €

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